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Hochzeitsforum => Vor der Hochzeit => Thema gestartet von: sunday am 17.02.2009 20:43

Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: sunday am 17.02.2009 20:43
hallo, ich muss da mal was loswerden...
wie gläubig seit ihr eigentlich? kirchlich heiraten bedeutet ja nicht nur ein tolles Fest zu haben, eine schöne Messe, eine tolle Braut zu sein, denn es hat ja eigentlich auch einen anderen sinn. ich bin katolisch, aber auch nicht so, dass ich jeden sonntag in die kirche laufe...
wie ist das bei euch so?
wie macht ihr das bei einer "freien" trauung? sind da beide partner ohne bekenntnis?
lg sunday
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: sirup2406 am 17.02.2009 20:54
Hallo!

Tja, ich war zwar in einer katholischen Klosterschule und musste daher viele Messen besuchen, aber privat war ich eher selten. Ich zünde zwar in der jeder Kirche, die ich besuche, Kerzen an, gehe aber auch in Tempel, etc. Ich denke, Gott, oder was auch immer es da über uns gibt, ist nicht beschränkt auf Örtlichkeiten.

Wir werden jetzt öfter die Messe unseres Wunschpfarrers besuchen, aber ich muss gestehen, dass mir der Glaube in letzter Zeit etwas schwer fällt. Habe in den letzten MOnaten einige Menschen verloren, von denen manche viel zu jung und plötzlich von uns gegangen sind. Da fällt einem der Glaube manchmal schon schwer.

Habe deswegen auch ein schlechtes Gewissen, aber meinem Partner ist eine kirchliche Trauung eben auch sehr wichtig.
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: maca am 17.02.2009 21:03
Wir machen eine freie Trauung und wir beide bezeichnen uns auch als religionsfrei.
Wir wurden zwar beide katholisch erzogen, getauft, gefirmt und haben uns in der Jugendzeit auch sehr in der Kirche engagiert, sind aber nicht mehr gläubig und deshalb auch aus der Kirche ausgetreten.
Ich finde schon, dass man zumindest an das alles, was man bei Glaubensbekenntnis aufzählt auch glauben sollte, wenn man kirchlich heiratet. Das gleiche finde ich auch bei Taufen. Ich würde nie Pate sein wollen und versprechen, dass ich die Kinder im katholischen Glauben aufziehe, wenn ich von vornherein wüsste, dass ich es nicht machen werde...
Titel: gelöscht
Beitrag von: julia1981 am 17.02.2009 21:06
gelöscht
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: leptirce am 17.02.2009 22:28
also ich würde mich nicht direkt als wirklich gläubig bezeichnen...
ich bin orthodox (ähnlich wie katohlisch, nur ein wenig liberaler)
aber ich muss schon sagen das wir unseren hochzeitstermin wegen dem gläubig sein verschoben haben.
wir wollten an unserem jahrestag heiraten ... doch leider ist das genau ein fastentag kurz vor ostern bei uns... und fasten bei einer hochzeit geht ja wohl gar nicht...
klar hätten wir drauf scheissen können... aber naja ... ich wollte das nicht.. sooo ungläublig bin ich auch wieder nicht.
ich bin sowieso der auffassung das kirche und glauben nicht wirklich etwas miteinander zu tun haben, ich bin kein atheist aber ich glaube nicht das gott so extistiert wie die religion es uns vorschreiben will.
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: ibiza445 am 18.02.2009 08:38
hallo!

Also ich versteh die Leute nicht, die extra wieder kurz in die Kirche eintreten um krichlich zu heiraten und im nächsten Jahr wieder austreten....

für mich persönlich ist glaube sehr wichtig - ich geh zwar auch nicht jeden Sonntag in die Kriche aber Gottes Segen für die Ehe und für unser Kind (Taufe) ist mir schon sehr wichtig - genauso wie die Fastenzeit, Ostern, Weihnachten usw. schließlich aben wir diese Feiern nur durch unseren Glauben...

lg, ibiza
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: imrae am 18.02.2009 09:14
also ich bin bekennende agnostikerin/atheistin und besonders mit der römisch katholischen kirche auf kriegsfuß (vielleicht doch klosterschulgeschädigt)

ich versteh zwar, dass jemand kirchlich heiratet, weils eine schöne zeremonie ist (oder so brauch, oder sonst die oma beleidigt, oder weils eben mehr zählt), aber wenn ich mir so die kommentare im forum dazu anschau ("suche vernünftigen pfarrer" "wie überleb ich das eheseminar", "so eine frechheit"....) frag ich mich schon, warum sich das so viele antun.
weil an das keuschheitsgebot hält sich doch kaum jemand, und das versprechen, kinder zu bekommen (und christlich zu erziehen), finden auch viele seltsam. überhaupt alles, was eben so zu einer katholischen ehe (bis auf ewige liebe und treue vielleicht) dazugehört wird meinem empfinden nach eher abgelehnt. (a la " ich such mir aus , was mir gefällt und den rest nehm ich nicht so ernst").
und das leute mit dem austritt warten, bis sie verheiratet sind-.....
IRENE
ps: das argument, feiern tun wir o.b.s aber die kirchlichen feste schon, stimmt nicht ganz, weil: weihnachten wurde von der kirche auf den 25.12. verschoben , weil da das fest des römischen sonnengottes war, und ostern kommt von "ostara" der germanische göttern der fruchtbarkeit. die wußten sich immer schon gut zu vermarkten
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: vero22 am 18.02.2009 10:08
also ich wurde als baby getauft, mein verlobter mit 7 jahren. beide waren wir bei der erstkommunion, die firmung ist bei mir schon ausgefallen - ich bin nicht mehr in den religionsunterricht gegangen. mir war das ganze zu ähm "heilig". er war noch bei der firmung - aber eigntlich auch nur wegen der firmgeschenke.
im alter von 18jahren bin ich aus der kirche ausgetreten - ich sehe es sowieso nicht ein für einen glauben bezahlen zu müssen. er ist letztes jahr ausgetreten - als er zu arbeiten begonnen hat - aus dem gleichen grund.
ich gehe sehr gerne in kirchen -  ich mag die ruhe dort und die architektur. ich find sie schön. für meinen verstorbenen opa zünde ich auch gern hin und wieder eine kerze in der kirche an.
ich glaube insofern an gott oder jesus - das ich sage es hat mal vor 2000jahren einen ziemlich coolen typ gegeben der bemüht war den leuten zu helfen. das er übernatürliche kräfte hatte glaub ich nicht. ich glaube auch nicht das es einem besser geht oder "sünden" vergeben werden, wenn man 3 ave maria und ein vater unser betet...

mein glaube grundsätzlich orientiert sich eher an dem buddhistischen. POSITIV SEIN - und das eben so lange bis einem nichts negatives was man mehr getan hat ins nächste leben führt um irgendwann das nirvana zu erreichen. ich glaube sehr wohl daran dass seelen weiterleben - in welcher art auch immer. ich stell es mir eher so vor das positive dinge oder auch negative ja immer wen beeinflussen und eben diese beeinflussung sehe ich als eine art wiedergeburt. die seele ist dann befreit - wenn man sich nichts negatives mehr zu schulden kommen lässt. meiner meinung nach ein sehr schöner glaube - da sicher nichts falsches daran ist - das leben positiv zu sehen und versuchen positiv zu sein. was mir beim buddhismus sehr gut gefällt ist das eben kein gott angebetet wird.

eine kirchliche trauung ist zwar was schönes - allerdings muss ich sagen finde ich eine freie trauung / ringsegnung in der kirche toll. ich brauch keinen gott der unsere ehe schützt. und ich glaube auch nicht das gott will das wir kirchensteuer zahlen. es ist mir schon klar das mit der kirchensteuer auch die gebäude etc.. versorgt sind - aber da zahl ich lieber mal was zur sanierung des stephansdoms oder der sagrada familia fertigstellung dazu ... da kommt das geld an wo ich will.
ich persönlich finde es wichtig zu heiraten - das wo ist noch gar nicht so das thema. zur kirche beitreten und nach der hochzeit austreten finde ich total sinnlos.

so kompliziert, lang und vielleicht auch total unverständlich aber da ist meine meinung ;)

lg vero
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Brumselbiene am 18.02.2009 15:41
Aaalso, ich bin eben erst auch der evangelischen Kirche wieder beigetreten, ABER - bevor ich hier öffentlich gesteinigt werde - nicht nur um der kirchlichen Trauung willen! Ich bin aus der Kirche eher aus jungendlichem Leichtsinn ausgetreten, hab damals nicht so wirklich drüber nachgedacht. Und ich hab mir eben auch keine Gedanken darüber gemacht, dass ich ja dann auch nicht kirchlich heiraten kann, das war für mich alles zu weit weg. Ich hab es halt jetzt zum Anlass genommen, wieder einzutreten, hab das aber auch deshalb gemacht, weil ich meine Kinder gerne mal taufen lassen möchte und ich ihnen auch ermöglichen möchte, dass sie mit der Religion aufwachsen. Was nicht heisst, dass sie brav jeden Sonntag in die Kirche pilgern müssen (tu ich ja auch nicht). Ich war als Kind sehr in meine Kirchengemeinde eingebunden (Krippenspiel, Kindergottesdienste, Ferienlager...) und habe das eigentlich sehr gerne mitgemacht. Meinen Glauben hab ich trotz Austritt nie verloren, ich war aber nie streng gläubig. Ich finde es jedenfalls schön wieder dabei zu sein und freue mich darauf auch vor Gott verheiratet zu sein.
LG, Claudia
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Stella73 am 18.02.2009 18:35
gar nicht, nicht mal im ansatz. und ich will dir an dieser stelle ersparen, was ich über die katholische kirche im besonderen und religion im allgemeinen denke. 8)
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: imrae am 18.02.2009 19:17
stella, du wirst mir immer sympathischer :D
IRENE
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Kuki_82 am 18.02.2009 19:29
hallo,
also wir werden "nur" standesamtlich auf malta heiraten. wir sind beide orthodox, ich bin zwar gläubig, aber gehe nur sehr selten in die kirche. ich bin der meinung, dass man gläubig auch ohne kirchenbesuch sein kann. mein freund ist nicht so gläubig und das war auch für mich ein grund, nicht in der kirche zu heiraten. irgendwie sollten beide dafür sein. außerdem stehen wir beide nicht gerne im mittelpunkt (das habe ich voriges jahr als trauzeugin schon gespürt  :D ) und daher werden wir still und leise im ausland heiraten und dann eine nachfeier gestalten.
es ist halt einfach geschmackssache  .......

außerdem kann man es ja nachholen, zb bei der taufe der kinder ...

lg
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Anita079 am 18.02.2009 19:36
also ich bin kath., war auch ministrantin, aber bin nicht gefirmt......und gehe auch nicht jeden Sonntag in die Kirche....eigentlich nur dann wenn irgend ein Anlass ist.....
aber wir wollen trotzdem traditionell kirchlich heiraten.....den ein bischen Glaube steckt bei mir zumindest doch drinn..meine 2.Hälfte macht es eigentlich nur weil es sich gehört....und dazu gehört...
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Sunflower am 18.02.2009 19:47
Zitatgar nicht, nicht mal im ansatz. und ich will dir an dieser stelle ersparen, was ich über die katholische kirche im besonderen und religion im allgemeinen denke.

:lol:
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: sunday am 18.02.2009 19:52
danke für eure zahlreichen antworten.
sunflower, du hattest ja eine freie trauung oder?
unterscheidet sich diese sehr von einer "kirchlichen" trauung?
ich weiß überhaupt nicht wie wir das angehen sollen. wir sind beide katholisch, ich eher mehr aus mein mann. wir wohnen am land, und da wird es warscheinlich nicht so einfach sein. "was wohl alle dazu sagen werden" hör ich schon meine schwiegis sagen.... hihi

lg sunday
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Stella73 am 19.02.2009 12:00
Zitat von: "imrae"stella, du wirst mir immer sympathischer :D
IRENE

kann ich nur zurückgeben!!!! :D
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Stella73 am 19.02.2009 12:07
Zitat von: "sunday"danke für eure zahlreichen antworten.
sunflower, du hattest ja eine freie trauung oder?
unterscheidet sich diese sehr von einer "kirchlichen" trauung?
ich weiß überhaupt nicht wie wir das angehen sollen. wir sind beide katholisch, ich eher mehr aus mein mann. wir wohnen am land, und da wird es warscheinlich nicht so einfach sein. "was wohl alle dazu sagen werden" hör ich schon meine schwiegis sagen.... hihi

lg sunday

ja, das kenn ich - aber da muss man drüberstehen, sonst ändert sich nix auf dieser welt. als ich damals nicht zur firmung wollte, kam der pfarrer des dorfes großes schrittes zu uns nach hause und hat dort verkündet, dass es sehr,sehr, sehr schlecht wäre, ginge ich nicht zur firmung. meinen eltern war das eher gleich, die haben sich immer fein aus allem rausgehalten, selber nicht in die kirche gegangen, mich aber getauft und diesen reli-unterricht in der vs ausgesetzt (bei besagtem pfarrer). meine oma stieg auf die barrikaden, mein vater gab nach und ich musste gefirmt werden. 13 jahre später das gleiche mit meiner schwester, ABER: sie blieb stur und nach anfänglicher aufregung, war es jedem völlig egal, dass sie nicht gefirmt war. und dass mein papa dann weitere 13 jahre später seinen sohn nicht mehr taufen ließ, danach krähte schon kein hahn mehr.

anhand der schülerInnen sehe ich so die entwicklung. es sind immer mehr kinder ohne religiöses bekenntnis unter ihnen. in meiner eigenen klasse waren die meisten o.b. kinder sogar vom land - eben aus der gegend, wo wir jetzt auch wohnen, um klosterneuburg rum. darum auch eine massive fürsprache meinerseits für einen ethikuntericht!! aber das ist eine andere geschichte...

wenn sich was ändern soll und freie zeremonien mehr forciert werden sollen, mehr angeboten werden sollen, dann muss man sie auch in anspruch nehmen und darf sich nicht dem druck der tradition beugen. es sei denn, man steht auf diese kirchlichen trauungen und kann es mit seinem glauben vereinbaren.
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: dana76 am 19.02.2009 12:13
Zitat von: "Stella73"aber da muss man drüberstehen, sonst ändert sich nix auf dieser welt
schön gesagt! vorallem passt es hier bei sooo vielen themen :wink:
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: micly_33 am 21.02.2009 01:04
Mein Schatz ist Atheist und ich bin Agnostiker. Daher heiraten wir auch nur standesamtlich. Ich bin auch o.b. und zu dem "Vorwurf" (ich weiß, dass hier keiner gemacht wurde), dass wir auch die kirchlichen Feste feiern kann ich nur sagen, dass es mir sowas von egal ist, was die Kirche zu Weihnachten, Ostern etc sagt. Wir feiern es, weils Spaß macht mit der Familie zusammen zu sein und weils sichs einfach "eingebürgert" hat.
Von der katholischen Kirche halte ich generell nicht sehr viel. Warum sollte ich Steuer für meinen Glauben zahlen? - sehe ich echt nicht ein  :roll:  Wie schon gesagt wurde: der Glaube selbst ist schließlich Ortsunabhängig und wenn die Kirchen etwas weniger Prunk hätten, müssten sie vll. nicht ständig saniert werden (ehrlich, der Stephansdom wird doch sowieso niemals fertig)


Vll. bin ich auch sehr von meiner Kindheit geprägt. Ich wurde nie getauft, gefirmt oder sonst was. Meine Eltern sind nach ihrer Hochzeit aus der Kirche ausgetreten. Weil ich offen und neugierig war, hab ich das eine oder andere Jahr Religionsunterricht gehabt. Mein Vater hat sich eine Zeit lang sehr mit Buddhismus beschäftig. Als sich meine Eltern getrennt haben und mein Vater meine Stivmutter kennengelert hatte, ist er evangelisch geworden und ich war eine Zeit lang wirklich gläubig, nur mir ging das dann einfach zu weit. (wir Kinder durften am Sabbat nicht einmal Karten spielen und MUSSTEN spazieren gehen, um die Schöne Natur von Gott zu bewundern  :shock: - man kanns echt übertreiben!!!! Es gab dann noch andere, meiner Meinung nach extreme, Geschichten mit meiner Stivmutter) Teilweise hab ich mich richtig schlecht gefühlt bei Dingen, die heutzutage ganz normal sind (ein konkretes Beispiel fällt mir leider nicht ein) Das alles hat mir den Glauben so richtig vermiest und ich hab gelernt, dass so gut wie alles, was ich erreiche, aus meiner eigenen Kraft entstanden ist.

Sorry, dass das jetzt so lang geworden ist, aber wie gesagt, ich halte nicht viel vom Glauben, wenn einem dabei Vorschriften gemacht werden wie man was wann machen soll/darf/muss
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: froscherl am 21.02.2009 12:56
Jetzt hab ich mir alle Antworten durchgelesen und mal länger nachgedacht, wie ich meine Meinung am besten in Worte fassen kann...ist gar nicht so leicht  :wink:

Es ist so, dass ich gläubig bin, aber vermutlich nicht unbedingt im Sinne der Kirche. Ich glaube, dass es etwas gibt und auch, dass es jemanden gegeben hat, der als Jesus bezeichnet wird. Ob es wirklich genau diese Person war, ob sich alles so zugetragen hat...das sei dahingestellt. Es wird wohl jemanden gegeben haben, der sich um seine Mitmenschen gekümmert hat und ihnen geholfen hat, soweit er konnte, aber mehr wage ich nicht zu behaupten.

Für mich hat die Institution Kirche eigentlich nichts mit meinem Glauben zu tun. Auch dass ich für meinen Glauben bezahlen muss, finde ich nicht in Ordnung...erinnert mich ein bisschen an den Ablasshandel.

Wir werden dennoch kirchlich heiraten und zwar weil ich, eben wie gesagt schon an dieses Höhere glaube und einfach untrennbar auf einer höheren Ebene mit meinem Schatz verbunden sein möchte. Ich müsste dafür aber nicht zwingend im Gebäude Kirche heiraten.

Es ist aber auch so, dass ich manchmal, wenn ich in der Laune dazu bin, in eine Kirche reingehe und mich einfach mal hinsetze und durchschnaufe. Einfach, weil es angenehm ruhig ist, die Hektik des Alltags einfach draußen bleibt und ich ganz alleine mit meinen Gedanken bin...es hat was beruhigendes. Aber, das geht bei mir nur, wenn ich es will und in der Stimmung bin. Daher findet man mich auch nicht zu Ostern, Weihnachten etc in der Kirche, weil ich da schon eine innere Abneigung habe, zwanghaft etwas zu machen. Ich würde auch nicht laut mitbeten, weil ich dann beten würde und so beten würde, wann und wie ich es möchte.

So, ich hoffe, das war jetzt alles nachvollziehbar und sorry, dass es so lang wurde.
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Anita079 am 21.02.2009 17:10
Zitat von: "froscherl"Jetzt hab ich mir alle Antworten durchgelesen und mal länger nachgedacht, wie ich meine Meinung am besten in Worte fassen kann...ist gar nicht so leicht  :wink:

Es ist so, dass ich gläubig bin, aber vermutlich nicht unbedingt im Sinne der Kirche. Ich glaube, dass es etwas gibt und auch, dass es jemanden gegeben hat, der als Jesus bezeichnet wird. Ob es wirklich genau diese Person war, ob sich alles so zugetragen hat...das sei dahingestellt. Es wird wohl jemanden gegeben haben, der sich um seine Mitmenschen gekümmert hat und ihnen geholfen hat, soweit er konnte, aber mehr wage ich nicht zu behaupten.

haa genau so ist es bei mir auch ....aber nicht so einfach zu erklären.....du hast es geschafft meine Gedanken in Worte umzuwandeln....
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: imrae am 21.02.2009 19:01
ich finds schon ok, wenn man für die leistungen, die angeboten werden(messe, sorgenbeichte...), zahlt. wenn ich im fitnessstudio eingetragen bin, muss ich ja auch zahlen, ob ich hin geh oder nicht!
ich hätt auch gar kein problem in einer kirche miete zu zahlen! es ärgert mich nur, dass die mich nicht lassen ohne mitgliedsschein, obwohl die meisten kirchen mit dem unfreiwilligen geld/arbeit meiner vorfahren gabaut wurden. die habsburger habens enteignet, die kirche durfte (fast) alles behalten.
und wenn die caritas geld sammelt für die armenküche und notschlafstellen und im gleichen gebäude ein haus der begegnung ist, in man alle sandler der stadt locker unterbringen könnte (nicht zu reden von den obstgärten in bester zentraler baulage)- dann ist das der gipfel der scheinheiligkeit.
und drüberstehen ist zwar gut und schön, aber bei menschenrechtsverletzungen (sexuelle diskriminierung,holocaustleugnung...), die sich nur mehr die katholische kirche erlauben kann (weil bei den moslems regt sich eh jeder auf) und schwindenden jobaussichten (weil in vielen gemeinden immer noch der pfarrer bei postenbesetzungen mitreden darf) hört sich der spass auf.
IRENE
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Freitagsbraut am 21.02.2009 19:06
stimme dir zu irene, ABER im fitnessclub bin ich in der regel freiwillig eingetreten, bei der kirche haben das meine eltern mit der taufe entschieden...
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: dmd79 am 21.02.2009 19:51
hi,

also eigentlich sind wir beide katolisch. aber wie gehen nie (freiwillig) in die kirche. gerade mal zu begräbnissen, taufen und wenn die kinder von der schule oder kindergarten aus "müssen".
Ja, unsere Kinder sind getauft. Hört sich jetzt vielleicht als wiederspruch an, aber nur weil wir nicht in die kirche gehen heisst das noch lange nicht dass wir nicht gläubig sind. die kinder sollen in den religionsunterricht gehen und sich ihr eigenes bild machen. wir haben es auch so gemacht und ich bin auch nicht gefirmt. wenn sie es aber wollen, dann sollen sie.
wir heiraten nur standesamtlich, weil wir es für uns "falsch" finden würden kirchlich zu heiraten. ich sehe auch keinen grund für mich. nur weil es sich gehört oder vielleicht schöner ist? nein, danke. Aber bitte, wer es so will soll es so machen. ich hab da sicher kein problem damit. jeder soll so heiraten wie er es will und für richtig hält (nicht dass jemand glaubt ich hab da vorurteile)
wir haben eine ganz liebe standesbeamtin und wir gestalten unsere trauung auch nach unseren wünschen. es wird was besonders und wird nicht in 10 min. erledigt sein. das ist mir wichtig.
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: imrae am 22.02.2009 08:53
Zitatbei der kirche haben das meine eltern mit der taufe entschieden...
tja, das geht auch nur bei der kirche, dass minderjährige ungefragt zwangsvermitgliedert werden, und das dann ein leben lang gilt!
IRENE
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Stella73 am 22.02.2009 10:49
grad diese jesus sache macht mich persönlich jedes mal narrsich - bitte steinigt mich nicht. ;-) wenn heutzutage sich jemand aufopfernd um seine mitmenschen kümmert oder ärzte tagtäglich das leben von menschen retten, die schon totgeweiht sind, werden sie nicht automatisch zum sohn gottes erkoren. aber vor zweitausend jahren soll eine person herumgelaufen sein und SO VIEL gutes getan haben, dass es ausreicht, sie als "sohn gottes" anzusehen.... das find ich so absurd. oder ich bin so unbebildet, dass ich nicht versteh, dass das eh nur im übertragenen sinn gemeint ist (ist es das??). wenn heut einer mit der todesstrafe hingerichtet wird und bis zum schluss seine unschuld beteuert und dann noch sagen würd, er würde für die sünden der menschen sterben, fangen die leute auch nicht an, sich kleine elektrische stühle an die wände zu hängen oder eine spritze um den hals zu tragen. mag echt niemandem zu nahe treten, aber fernab von dem wahnsinn, was die mitglieder der katholischen kirche so gesellschaftspolitisch von sich geben, ist die jesus-sache genau das, was mich schon als kind total irritiert hat.

was check ich daran nicht?! :oops:
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: micly_33 am 22.02.2009 10:55
@ Stelle73: ich finde deine Vergleich echt genial. Ich muss mir gerade eine Kirche mit elektrischem Stuhl an der Wand vorstellen  :lol:

Aber ich finde du hast vollkommen recht. Wurden damals nicht auch Hebammen als "Hexen" bezeichnet, weil sie einfach Frauen waren, die sehr viel über Kräuterkunde wussten? Die Zeiten haben sich einfach geändert und man kann vieles von damals nicht 1:1 auf heute übertragen.
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: froscherl am 22.02.2009 11:02
@Stella: Das verstehe auch ich nicht. Wie gesagt, ich bin davon überzeugt, dass es jemanden gegeben hat, der das getan hat, aber warum gerade er so empor gehoben wurde, das frage ich mich auch schon ewige Zeiten. Es hat ja wohl damals auch andere gegeben, die so gehandelt haben und der Vergleich von dir mit der heutigen Zeit, ist mehr als treffend.
Wahrscheinlich wa es damals so, dass irgendjemand angefangen hat darüber zu erzählen und wie es eben so war, es wurde alles mündlich überliefert und jeder erzählt die Gschicht halt ein bissl anders...schwupps schon wurde aus einem Verband, der angelegt wurde, ein Gehbehinderter, der wieder gehen kann usw (nur als Beispiel jetzt).
Man kann ja die Bibel genauso nicht wörtlich nehmen. Da hat sich halt etwas zugetragen, das die Leute damals halt nicht gekannt haben, oder einige wenige einfach gut gefunden haben und die habens dann weitererzählt...sieht man schön bei den unterschiedlichen Evangelien...steht überall ein bissl was anderes drin...[/list]
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Anita079 am 22.02.2009 19:05
also in bezug zu Jesus....

ich bin auch nicht gerade ein sehr gläubiger Mensch....geh nur dann in die Kirche wenn es sein muss, bin nicht gefirmt.,....
habe aber meine beiden Kinder taufen lassen denn sie sollen sich ja selber ein Bild daraus machen....

aber jetzt zu Jesus.....ich denke das man ihn damals deswegen so in den Himmel gehoben hat da es zu der damaligen Zeit ein "Wunder" war wenn ein Mann sich gegen den "Glauben" der anderen richtet und andere Menschen "Heilt" . Er hat sicher einige ungleublichen dinge gemacht und bewirckt und deswegen hat man ihn damals so hinauf gehoben....

Die Menschen suchen in schlechten Zeiten immer nach einen Wunder und wenn dann einer kommt der sich behauptet dann wird er "angebeten"
ist aber in der heutigen Zeit auch so nur in anderen Maßstäben....

ich glaube an etwas da oben...aber nicht so wie es die Kirche erzählt ......
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: sunday am 17.03.2009 19:32
* nach oben *
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Zita am 17.03.2009 19:50
Ich oute mich jetzt einfach mal als jemand, der jeden Sonntag in die Kirche geht. Für mich ist der Sonntag kein Sonntag wenn ich nicht in der Messe war.

Ich bin auch kritisch der "Orgnisation" Kirche gegenüber (grad heut hat der Papst ja wieder einmal eine bescheuerte Aussage gemacht - von wegen unfehlbar) das hält mich aber nicht davon ab zu glauben.

Für mich ist der Glaube etwas, was mich ungemein trägt und mir großes Vertrauen gibt. Es ist für mich auch wichtig, diesen Glauben in der Gemeinschaft zu leben.

Ja, ich gehöre zu den Menschen, die vor dem Essen beten, denen eine Andacht an jedem Adventabend wichtig ist, die nicht fasten um Abzunehmen sondern um sich auf Ostern vorzubereiten...

Ich mag das, ich fühl mich wohl mit meinem Glauben und der Gemeinschaft und ich würd das sehr gerne an unsere Kinder weitergeben, wie viel es wert ist, auf Gott vertrauen zu können.

(Ui, das klingt jetzt wie das Wort zum Sonntag ;-))
Lg,
Zita
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Madame Mim am 17.03.2009 22:38
Hey Zita,

ich find das gut, wenn sich mal jemand in diese Richtung "outet" - wie man unschwer erkennen kann sind in diesem Thread mehr Kirchengegner als Befürworter zugegen  :-)

Bei mir ist es so, dass ich mich zwar als sehr gläubig bezeichne, die Kirche auch als generelle gute Institution sehe, ihr aber auch durchaus kritisch gegenüber stehe (diverse haltungen des Papstes, gewisse AUssagen etc. gehlren definitiv nicht einfach befürwortet)..

ich möchte nur bei ein paar Dingen widersprechen (weiss nicht mehr von wem das war) und zwar einerseits der Aussage, dass man mit der taufe zwangsvermitgliedert wird und das für ein Leben lang: das stimmt nicht ganz - du bist sobald du volljährig bist total frei in deiner Entscheidung und kannst austreten oder auch zu einer anderen religion konvertieren, das steht dir frei. Es ist auch in anderen Bereichen des Lebens so, dass die Eltern Entscheidungen für ihr unmündiges Kind treffen, ohne dieses vorher zu fragen.


madame mim
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: punklauli am 17.03.2009 23:52
ich war katholisch, bin jetzt evangelisch und gläubig.

der wechsel der konfession war für mich total gut. ich hatte nie probleme mit dem glauben an sich, sondern mit der handhabung vieler dinge von der katholischen kirche. somit fühle ich mich in der evangelischen kirche jetzt total wohl.

aus ganz praktischem grund bin ich aber nicht der typische sonntagskirchgänger - aus beruflichen gründen hab ich meistens nur den sonntag wirklich frei und das ist der einzige tag an dem ich im moment ausschlafen kann und ich das momentan einfach noch brauche (hatte bis zum letzten sommer eine andere arbeit, die mich die letzten jahre oft auch das doppelte der normalarbeitszeit beansprucht hat). ich gehe aber total gerne in die kirche und nutze zb das angebot von abendgottesdiensten gerne.
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Tempus am 18.03.2009 06:54
hallo,

ich für mich muss sagen, dass ich unterscheide zwischen Kirche und Glauben. Ich bin einfach mit gewissen Sachen aus der Kirche nicht einverstanden, aber ich gehe hin und wieder mal in die Kirche, weil es einfach zu meinem Leben dazu gehört.
Mittlerweile habe ich auch einen 8 monate alten Sohn den ich hab taufen lassen, dass musste einfach umbedingt sein, weil ich wollte dass er in diese Gemeinschaft aufgenommen wird. Wenn er jetzt dann älter wird, will ich dann eigentlich auch mehr Messen mit ihm besuchen. Glaube ist wichtig und das will ich ihm auch vermitteln.

Wenn er älter ist kann er sich immer noch umentscheiden. Mein Freund ist ja evangelisch und ich hab ihm gesagt, er kann auch jeder Zeit mit ihm in seine Kirche gehen. Also bei uns ist noch alles offen, ob sich unser Kirps mal für eine andere Religion entscheiden wird.  ;)

lg andrea
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: käfer am 18.03.2009 10:27
ich oute mich auch  :D

ich glaube und um diesen glauben leben zu können brauche ich die "gemeinschaft der kirche" d.h. in meinem fall unsere pfarrgemeinde. feiern kann ich einfach nicht gut alleine - und ein gottesdienst ist für mich eine feier.

glauben heißt einfach nur glauben, nicht wissen. ich weiß nicht, was vor 2000 jahren passiert ist, wie jesus wirklich war, ich weiß es nicht aber ich glaube, dass er gott in menschengestalt war. dass er aus liebe zu uns gekommen ist, gestorben und auferstanden ist. (das christentum ist übrigens die einzige religion, "deren gott" als mensch auf die erde gekommen ist; der wissen wollte, wie es sich anfühlt, mensch zu sein)

und dieser glaube tut mir gut; es gibt auch innerhalb des christentums viele auslegungen (hölle, fegefeuer etc.) wer aber mit aufgeschlossenen christen redet, der wird erfahren, dass jesus für uns ein leben in fülle vorgesehen hat. wir werden nicht bestraft, wir dürfen ernten.

in der geschichte ist viel böses passiert - von christen, atheisten, moslems, hinduisten.... das ist für mich kein grund, nicht zu glauben, ich glaube nicht an irgendwelche historischen fakten, ich glaube an gott, jesus.

auch jetzt gibts innerhalb der kirche strömungen die ich persönlich ablehne, aber das gibts wohl überall - in der firma, in unserem staat, in unserer gemeinde, ja auch in meiner (weiteren) familie. und trotzdem lebe ich in Ö, stehe ich zu meiner familie, bleibe ich in meiner firma.

interessant, die ganze diskussion!
Titel: wie "gläubig" seit ihr?
Beitrag von: Zita am 19.03.2009 10:15
Zum Glaubensbekenntnis:
Ich hatte da mal eine längere Diskussion mit meinem Freund (der Theologe ist), weil diese Stelle für mich "unklar" war.

Zum einen handelt es sich hier um eine ungenaue Übersetzung. Es gibt im lateinischen (auch im Italienischen) die Unterscheidung zwischen "glauben an" und "glauben dass". Eigentlich heißt es, "Ich glaube an den Heiligen Geist, (ich glaube) dass die heilige katholische Kirche. Also, nicht als etwas was man anbetet, sondern als etwas das es gibt, dessen Existenz/Wichtigkeit man anerkennt.

Katholisch ist hier nicht so zu verstehen, wie wir es sprachlich gebrauchen, sondern von der Ursprünglichen Bedeutung her, katholos (glaub ich, ich kann nicht altgriechisch) -es bedeutet allumfassend und meint, dass die kirche alle Gläubigen rund um den Erdball einschließt, es meint also die Gemeinschaft der Gläubigen.

Seit ich diese Info habe, ist diese Stelle für mich leichter "betbar" geworden. Es gab und gibt für mich immer wieder Stellen in Gebeten und in der Messe, mit denen ich micht nicht so gut identifizieren kann. Für lange Zeit hab ich zB "Herr ich bin nicht würdig dass du eingehst ..." nicht gebeten, weil ich glaube, dass Gott uns schon so gemacht hat, dass es ok ist und wir folglich auch würdig sind. Oft warn/sind es dann Gespräche, andere Sichtweisen, Hintergrundinfos die diese Stellen für mich passend machen.

Ui, das war lang...
Sorry